Organisation des Thurgauer Forstdienstes

Der Thurgauer Wald ist in 22 Forstreviere unterteilt. Für jedes Revier besteht eine öffentlich rechtliche Körperschaft, die sogenannte Forstrevierkörperschaft. Die Forstrevierkörperschaft stellt den Revierförster an. Jeder Eigentümer von Wald im Revier ist von Gesetzes wegen Mitglied der Forstrevierkörperschaft. Die Mitglieder werden periodisch zur Waldeigentümerversammlung geladen, dabei werden unter anderem die Mitgliederbeiträge festgelegt. Diese decken rund einen Viertel der Revierkosten ab, einen weiteren Viertel übernehmen die Politischen Gemeinden, den Rest der Kanton.

Jedes Mitglied der Körperschaft hat Anspruch auf unentgeltliche Beratung und Betreuung durch den Revierförster (Holzanzeichnen, Vermittlung von Arbeitskräften, Maschinen, Geräten, Forstpflanzen, Holzverkauf). 1'700 Hektaren Staatswald werden von den drei Staatsforstbetrieben bewirtschaftet. 14 weitere Forstbetriebe sowie private Forstunternehmen übernehmen einen Grossteil der Bewirtschaftung der übrigen Waldungen. Viele der zahlreichen Privatwaldeigentümer bewirtschaften ihre Waldparzellen selbst. Es besteht aber keine Bewirtschaftungspflicht, ausgenommen bei Wäldern mit Schutzfunktion vor Naturgefahren.

Die 22 Forstreviere sind wiederum in drei Forstkreise unterteilt, welche je von einem Kreisforstingenieur betreut werden. Die Revierförster sind dem Kreisforstingenieur fachtechnisch unterstellt.

Die drei Kreisforstingenieure sind beim Kantonalen Forstamt angestellt. Dieses ist ausserdem zuständig für die Bereiche Planung und Beiträge, Walderhaltung, Forstliche Betriebe / Staatswald, Ausbildung und Information im Zusammenhang mit dem Wald.

Forstamt, Forstreviere und Revierförster bilden zusammen den Forstdienst. Die Hauptaufgabe des Forstdienstes ist es, den Wald in seiner Vielfalt zu erhalten und seine Leistungen in den Bereichen Nutzen, Biologische Vielfalt und Lebensraum, Schutz sowie Wohlfahrt (Erholungswirkung, Landschaftsgestaltung) nachhaltig, also langfristig, sicherzustellen.